Logo der Gemeinschaftspraxis Sülze-Bergen

Gemeinschaftspraxis Sülze-Bergen

Krankheits-Systematik

Auszeichnung: Gute medizinische Website 2006
Seiten-Kompass: Gemeinschaftspraxis Sülze-Bergen > Medizin > Krankheiten > Krankheits-Systematik
Zur Überschrift Einleitung
Zur Überschrift Beschreibung einer Krankheit
Zur Überschrift Häufigkeit
Zur Überschrift Ätiologie
Zur Überschrift Pathogenese
Zur Überschrift Klinik
Zur Überschrift Diagnostik - Körperliche Untersuchung
Zur Überschrift Diagnostik - Technische Untersuchungsmethoden
Zur Überschrift Differentialdiagnose (DD)
Zur Überschrift Verlauf
Zur Überschrift Therapie
Zur Überschrift Prognose
Zur Überschrift Prophylaxe
 Zurück zur Rubrik „Krankheiten“

Einleitung

In diesem Kapitel kann man nachlesen, wie eine Krankheit medizinisch aufgedröselt wird. Auf diese systematische Weise werden dann alle Aspekte einer bestimmten Krankheit zusammengetragen.

Man findet hier eine ausführliche Zusammenstellung der Häufigkeiten, Ursachen, diagnostischen Methoden und Behandlungsmöglichkeiten von Krankheiten sowie der Vorbeugungsmöglichkeiten.

Vorweg aber ein warnendes Wort: Wer sich ausführlicher mit der Theorie von Krankheiten beschäftigt, vergisst schnell, dass hinter der Krankheit ein Mensch steht. Deshalb hier schon am Anfang ein Merksatz:

Wir behandeln keine Krankheiten, sondern Menschen

Nach oben

Beschreibung einer Krankheit


Diese Punkte werden in den nächsten Kapiteln ausführlich behandelt:

Nach oben

Häufigkeit

Es gibt verschiedene statistische Begriffe, um die Häufigkeit zu beschreiben:
Weiterhin gibt die Häufigkeit Informationen darüber, ob bestimmte Bevölkerungsgruppen besonders betroffen sind (z. B. doppelt so viele Männer wie Frauen, nur Kinder, besonders im Mittelmeerraum...)

Hierher passt auch das Risiko, das jemand hat, an dieser Krankheit zu erkranken (das kann man aber auch bei der Ätiologie mitbesprechen).

Eine Erläuterung des Begriffs Risiko: Jeder kennt den starken Raucher, der immer gesund mit 90 vom Dach fiel und die gesund lebenden, die früh an Krebs dahingesiecht sind. Daraus schließt nun Otto Normalverbraucher, dass die Risiko-Statistik falsch sei.
Für den Patienten ist es häufig nicht einsichtig, da „Risiko erhöht“ für ihn heißt: Praktisch jeder ist betroffen. Da das nicht stimmen kann, schließt er daraus, dass die Statistik falsch ist und verwirft den Warneffekt der Zahlen.
Rauchen ist der entscheidende Risikofaktor für diverse Krebserkrankungen, Herzinfarkte und Schlaganfälle. Das heißt jedoch nicht, dass jeder Raucher Krebs oder Schlaganfall bekommt. Aber wesentlich mehr Raucher als Nichtraucher. Genauer:
Weitere Informationen zum Risiko des Rauchers in dem Artikel Wie gefährlich ist das Rauchen wirklich?

Nach oben

Ätiologie

Die Ursache einer Erkrankung

Krankheitserreger

Fehlsteuerung im eigenen Körper

Krafteinwirkung von außen

Fehlernährung

Angeborene Störungen

Soziale Krankheitsursachen

Unbekannt

Die Einteilung soll nur eine Hilfe sein, vieles überschneidet sich (z. B. kann eine in der Schwangerschaft erworbene Erkrankung durch einen Virus, Tumoren können durch Strahlen, psychische Störungen können durch Medikamente verursacht sein).

Nicht verwechseln: Ursache und Auslöser einer Erkrankung.

Nach oben

Pathogenese

Die Pathogenese untersucht, was passiert, wenn die Ursache auf den Körper trifft.

Der Organismus hat auf eine Noxe (krankheitserregende Ursache) nur eine begrenzte Zahl von immer denselben Antwortmöglichkeiten, mehr oder weniger stark, manchmal kombiniert, die alle auch natürlicherweise vorkommen (dann in der Regel schwächer).
Beispiel: Flüssigkeitsabsonderung von Schleimhäuten und Tränendrüse:
Das ist ein Beispiel dafür, was die Pathogenese untersucht.
Es geht immer um den Entstehensmechanismus, dabei auch um die Frage:
Weshalb macht eine bestimmte Noxe krank (oder warum nur bei einigen Menschen, bei anderen nicht) und wie verändern sich Körperstrukturen dabei (z. B. Zellen, Schwellung s. o.).

Für die Frage nach dem „warum“ muss man das Zusammenspiel zwischen Krankheitsursache und Krankheitsbereitschaft des Organismus untersuchen:

Nach oben

Klinik

Gesamtheit der Symptome

Symptom = Krankheitszeichen
Syndrom = Symptomenkomplex. Gruppe von Symptome, die in typischer Kombination zu einer Krankheit gehören, z. B. Reiter-Syndrom mit dem Symptomen Arthritis (Gelenkentzündung), Urethritis (Harnröhrenentzündung), Konjunktivitis (Bindeheutentzündung).

Die Stärke eines Symptoms lässt nicht immer einen Rückschluss auf die Schwere der Krankheit zu:
Relativ häufig werden selbst starke Symptome aus Angst vor Krankheit ignoriert, das führt zur Verzögerung der Therapie mit Heilungserschwernis. Andererseits kommen manche Patienten wegen jedem Wehwehchen und verstärkter Selbstwahrnehmung aus Angst vor Krankheit zum Arzt und haben eine umfangreiche (Eigen-) Therapie.


Nach oben

Diagnostik - Körperliche Untersuchung

Untersuchung ohne oder mit nur sehr einfachen Hilfsmitteln (Stethoskop, Blutdruckmanschette, Spatel, Reflexhammer, Lampe, Wattestäbchen, Handschuh)

Ohne eine sichere Diagnose gibt es keine effektive Therapie, deshalb ist auf die Diagnostik größter Wert zu legen.
Jeder Patient gehört angefasst, ohne fehlen die wichtigsten Informationen. Dabei ist aber zu beachten, dass man Untersuchungen nicht mit Abstand verlegen mit spitzen Fingern (unangenehm und knochig) durchführt, sondern freundliche Nähe mit ganzer Hand (angenehmer für Patienten und viel genauere Information) signalisiert.
Dabei ist das oberstes Gebot: Züchtig, Grenzen beachten, die der Patient signalisiert.
Müssen diese Grenzen durchbrochen werden (öfter bei körperlicher Untersuchung möglich), dann immer erklären, was gemacht wird.
Takt: So kurz wie möglich ausgezogen lassen, besonders im Schambereich.
Um nichts zu übersehen, systematisch von Kopf bis Fuß vorgehen. Die Untersuchung findet überwiegend am liegenden Patienten statt.
Eine Untersuchung sollte möglichst immer im Seitenvergleich durchgeführt werden, damit pathologische (krankhafte) Befunde erkannt werden.
In Notfällen beschränkt man sich natürlich auf die lebenswichtigen Funktionen: Atmung, Herz-Kreislauf-System.

1. Anamnese
Noch keine Untersuchung, sondern Befragung des Patienten

Hier ist alles interessant, was einen Bezug zur Erkrankung haben könnte (z. B. für die Ursachen oder für die Zukunft des Patienten).
Zunächst lässt man den Patienten frei erzählen, dann möglichst genau nachfragen und herausarbeiten, doch Vorsicht vor Suggestivfragen.
Immer so fragen, dass der Patient dies verstehen kann. „Ist Blut im Stuhl?“ kann der Patient oft nicht beantworten, da er nicht weiß, dass Blut den Stuhl pechschwarz färbt.
Der Umfang der Anamnese richtet sich nach den Beschwerden: Ein einmaliges Nasenbluten braucht keine Familienanamnese.
Je sorgfältiger die Anamnese erhoben wird, desto genauer ist die Verdachtsdiagnose und desto gezielter können technische Untersuchungsmethoden eingesetzt werden.

2. Inspektion
Gesamteindruck, Körperhaltung, Statur, Bewegungsabläufe, Gestik, Mimik...
3. Palpation
Berühren, Betasten
Größe, Form, Struktur, Konsistenz, Temperatur, Beweglichkeit eines Befundes. Druckschmerz.
4. Perkussion
Beklopfen. Rückschluss auf die Dichte des Gewebes, auch Klopfschmerz
5. Auskultation
Abhorchen mit dem Stethoskop
6. Funktionsprüfungen


Nach oben

Diagnostik - Technische Untersuchungsmethoden

Trotz des Umfanges ist dies nur ein kleiner Überblick, es gibt massenhaft weitere Untersuchungsmethoden.
Die Vorstellung der Methoden hört sich immer gut und leicht an. Doch keine Untersuchung hat eine 100% Trefferquote, oft wesentlich geringer. Darum kann man sich nicht allein darauf verlassen, das gelegentliche Übersehen von Krankheiten ist auch bei umfangreicher Technik unvermeidlich.

Begriffe:
1. Punktionen

2. Biopsie
Gewebeentnahme durch Punktion, Probeexzision (Exzision = Ausschneidung), Zangenbiopsie (unter Endoskopie). Die Proben werden in die Histologie gegeben, der Pathologe macht davon Feinschnitte, Anfärbungen, dann Mikroskopie, Elektronenmikroskopie... Beispiele:
3. Abstrich

4. Weitere nichtinvasive Materialentnahmen

5. Elektrokardiographie (EKG)

6. Belastungs-EKG (Ergometrie)

7. Sonographie (Ultraschall)

8. Doppler-Sonographie

9. Röntgen

10. Kontrastmitteluntersuchungen

11. Szintigraphie

12. Computertomographie (CT)

13. Kernspintomographie, Magnetresonanztomographie (NMR, MRT)

14. Emissions-Computertomographie

15. Endoskopie
Untersuchung der Innenfläche von Hohlorganen. Es gibt zwei Formen:
16. Probelaparotomie

17. Belastungstests


Nach oben

Differentialdiagnose (DD)

Unterscheidung ähnlicher Krankheitsbilder.
Z. B. der Brustschmerz bei Herzinfarkt könnte auch folgende Ursachen haben:
Entzündung der Speiseröhre, Bronchienreizung, Reizung der Intercostal(= Zwischenrippen)nerven (häufigste), Muskelkater der Rippenmuskeln (z. B. bei Husten), Knochentumor oder Bruch von Brustbein oder Rippen.

Nach oben

Verlauf



Nach oben

Therapie

Es gibt wohl hunderttausende Therapieverfahren. Hier sollen nur die Allerwichtigsten aufgelistet werden.
Vorab ein paar Begriffe:
Therapieziele
Begriffspaare kausale - symptomatische, kurative - palliative Therapie
Gesetzliche Anmerkung

Ethische Anmerkung
In England zahlt die Krankenversicherung ab einem gewissen Alter keine Dialyse mehr, es sei denn, der Patient hat dies extra versichert.
Wo soll man einschränken? Nach Alter? Nach Schwere der Erkrankungen? Nach Kosten der Therapien?
Nichts davon ist ethisch zu rechtfertigen, trotzdem steuern wir auf eine Zwei-Klassen-Medizin zu mit Einschränkungen für Arme mit entsprechend verkürzter Lebenserwartung.

Der Therapieweg des Patienten
1. Nichts tun, erst mal beobachten („was von alleine kommt, geht von alleine weg“)
2. Selbsthilfe
3. Fragen im Freundes-, Familienkreis
4. Nichtärztliches Gesundheitswesen (Apotheken, Therapeuten)
5. (Haus)Arzt

Hausarzt: Allgemeinarzt, praktischer Arzt, z. T. Internist, Pädiater. Gynäkologe sollte es nicht sein (wegen der fehlenden allgemeinmedizinischen Ausbildung).

Medikamentöse Therapie

Placebo: Scheinmedikament (zur Stillung eines subjektiven Patientenbedürfnis oder bei Studien als Vergleichssubstanz)

Unerwünschte Wirkungen

Compliance

Physiotherapie

Beschäftigungstherapie

Verbände

Strahlentherapie

Psychotherapie

Chirurgische Therapie

Punktionen

Rehabilitation

Diäten
Dies ist ein ganz eigenes ausführliches Kapitel, da hier viel Unsinn gemacht wird. Deshalb hier nur wenige Stichworte:

Nach oben

Prognose


Die Aussagen können je nach Blickrichtung unterschiedlich gegeben werden: Für Überleben, Gesundung, Restitutio ad integrum.
Die Prognose ist abhängig von Grunderkrankungen, Konstitution (Disposition, Resistenz, auch Überlebenswillen), Therapiemöglichkeiten (eine bei uns gute Prognose kann in Russland oder Mittelafrika infaust sein), auftretenden Komplikationen...

Nach oben

Prophylaxe

Prophylaxe = Vorsorge = vorbeugende Maßnahmen zur Vermeidung von Krankheiten.
Prävention = Wortbegriff wie Prophylaxe, wird jedoch seltener bei der Besprechung einer konkreten Krankheit benutzt (wie Prophylaxe), mehr im bevölkerungsstatistischen Zusammenhang, entstammt dem eigenen Fachgebiet der Präventivmedizin.

Primäre Prävention

Sekundäre Prävention

Tertiäre Prävention

Schutzimpfung
Während im Kindesalter oft noch einsichtig, werden Schutzimpfungen bei Erwachsenen sträflich vernachlässigt. Dadurch droht die Gefahr neuer Epidemien (wie vor wenigen Jahren in Finnland und Holland vorgekommen). Viele Krankheiten könnten jedoch ausgerottet werden.
Ausführliche Informationen zu Schutzimpfungen im Artikel Wie funktioniert eigentlich... - Die Schutzimpfung

 Zurück zur Rubrik „Krankheiten“
Nach oben Navigationsleisten nachladen Letzte Änderung dieser Seite: