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Gemeinschaftspraxis Sülze-Bergen

Rückenschmerzen - Spritze rein und gut?

Auszeichnung: Gute medizinische Website 2006
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Es gibt sehr unterschiedliche Ansätze für die Behandlung von Rückenschmerzen. So verschieden wie Ärzte das handhaben, so verunsichert sind viele Patienten. Vielleicht ist es so zu erklären, dass oft direkt Fachärzte aufgesucht werden, ohne erst den Hausarzt zu konsultieren.

Im allgemeinen sieht die Facharztbehandlung nicht viel anders aus als die Hausarztbehandlung. Nur dass Hausärzte gerne in Stufen vorgehen.
Aus hausärztlicher Sicht kann es nicht sinnvoll sein, bei Schmerzen „eben mal eine Spritze zu geben“ und dann ist wieder gut. Sofern die Diagnose bekannt ist (harmlose Verspannungen, „Hexenschuss“, Verschleiß, Bandscheibenvorfall), kann man gezielt in Stufen dagegen vorgehen. Sinnvolles hausärztliches Handeln ist, dabei nicht gleich zu dem stärksten Mittel zu greifen, sondern zu dem mit den wenigsten Nebenwirkungen. Und dazu gehört sicherlich Wärme, Mikrowellenbestrahlung und Reizstrom (TENS). Ergänzt werden kann dies durch „Quaddeln“, das bedeutet das Einspritzen von einem leichten Betäubungsmittel nur unter die Haut. Zeigt das keine ausreichende Wirkung, kann dies durch reizlindernde Schmerzmittel ergänzt werden. Ein solches Mittel wird der Arzt in der Regel dem Patienten schon mit verordnen, damit der Patient nicht allein dasteht, wenn zu Hause die Schmerzen weiter zunehmen. In schweren Fällen können auch bestimmte Medikamente zur Muskelentspannung kombiniert werden.
Nur wenn dies alles nicht hilft, macht die klassische Spritze in den Po Sinn, da diese die Gefahr der meisten Nebenwirkungen in sich birgt.
Lediglich in sehr schmerzhaften Fällen, oder wenn der Patient keine sanfte Stufentherapie wünscht, sondern seine Rückenschmerzen mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln bombardieren möchte, etwa weil er wieder arbeiten muss, wird eine solche Spritze gleich gegeben.
Selbstverständlich stehen noch weitere Möglichkeiten (wie zum Beispiel Krankengymnastik, gezielte Spritzen an die betroffenen Nerven usw.) zur Verfügung, wenn immer noch kein Erfolg eintritt.

Hat der Arzt den Verdacht, dass eine schwerere Erkrankung vorliegt oder hilft auch die energische Behandlung nicht, muss weiter an den Ursachen geforscht werden, etwa mit einem Röntgenbild. Ist aus alten Bildern schon bekannt, dass die Ursache ein Verschleiß (= Arthrose) ist, dann leiden die Patienten oft häufig und lange unter Schmerzen und äußern dann den Wunsch nach weiteren Röntgenaufnahmen. Davon kann jedoch nur abgeraten werden, denn das Ergebnis der Aufnahme wird „Verschleiß“ sein und das ist schon aus alten Aufnahmen bekannt. Denn man darf nie vergessen, dass Röntgenaufnahmen auch eine Strahlenbelastung bedeuten, der man sich nicht zu oft aussetzen sollte. Besser als wiederholtes Röntgen ist hier eine effektive Schmerztherapie.

Wichtiger als alle Therapie ist aber die Vorsorge. Wer öfter unter Rückenschmerzen leidet, sollte unbedingt etwas für seinen Rücken tun (und wer keine Rückenschmerzen hat ebenfalls). Das allerwichtigste ist hierbei der konsequente Rückenmuskelaufbau durch Sport, heimische Übungen und Muskelaufbau am Gerät, etwa im Fitnessstudio.
Viele meinen, schon genug Bewegung durch Haushalt, Garten oder Sport zu haben. Hierbei handelt es sich jedoch oft um Bewegungen, die dem Rücken nicht so dienlich sind. Radfahren, Joggen, die meisten Ball- oder Leistungssportarten sind hervorragend für Herz und Kreislauf, reichen aber nicht aus, um die Rückenmuskeln gezielt aufzubauen. Wer aber am Rücken leidet, sollte dies zusätzlich machen.

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