Logo der Gemeinschaftspraxis Sülze-Bergen

Gemeinschaftspraxis Sülze-Bergen

Vorsorge - Prävention

Auszeichnung: Gute medizinische Website 2006
Seiten-Kompass: Gemeinschaftspraxis Sülze-Bergen > Medizin > Diverses > Vorsorge
Zur Überschrift Vorwort
Zur Überschrift Empfohlene Vorsorgen
Zur Überschrift Check-Up
Zur Überschrift Krebsvorsorge
Zur Überschrift Kindervorsorgen
Zur Überschrift Die Jugendgesundheitsuntersuchung im 13.-14. Lebensjahr (J1)
Zur Überschrift Schutzimpfungen
Zur Überschrift Reiseimpfberatungen und Reiseimpfungen
 Zurück zur Rubrik „Diverses“

Vorwort

Wenn wir eine Krankheit entdecken, bevor der Patient etwas davon merkt, sind die Heilungschancen meist sehr gut.
Spürt der Patient schon selber Symptome, ist es viel schwieriger.
Zusätzlich kann man einer Reihe von Krankheiten gezielt vorbeugen.


Fast jeden Tag sind wir in der Praxis mit Krankheiten konfrontiert, bei denen jeder Arzt ein trauriges Gefühl bekommt, weil er denkt: Das müsste nicht sein, das hätten wir oft verhindern können. Und dann möchte man am liebsten laut durch das Dorf rufen: „Tut etwas, dass ihr das nicht bekommt“...

An den ersten Stellen der Todesursachen in Deutschland stehen die Folgen von Herz - Kreislauf - Erkrankungen und bösartigen Tumoren. Das wird in den nächsten Jahrzehnten zu einem immer größeren Problem werden. Schon jetzt sehen wir, dass immer mehr Menschen Herzinfarkte, Schlaganfälle und Krebs bekommen. Und dass die betroffenen Patienten immer jünger werden.

Die Ursachen dafür sind bekannt: In erster Linie Bluthochdruck, Zuckerkrankheit, Rauchen und hoher Cholesterinspiegel, aber auch Bewegungsmangel, Übergewicht und ungesunde Ernährung.
Die ersten Schäden dadurch werden häufig schon in der Jugend veranlagt. Darum kann man nicht früh genug damit anfangen, dem vorzubeugen. Andererseits lohnt es sich in jedem Alter, die Risikofaktoren für schwere Erkrankungen zu beseitigen. Denn jeder möchte ja so gesund wie möglich alt werden, und eine Korrektur des Blutdrucks oder des Zuckerspiegels kann auch einer 80jährigen helfen, die nächsten Jahre noch gesünder zu erleben.

Um schweren Krankheiten vorzubeugen, empfehlen sich regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen. Natürlich kann so eine Vorsorgeuntersuchung nicht jede Krankheit oder jeden Krebs finden. Aber die häufigsten Krankheiten können gefunden und meist rechtzeitig behandelt werden. Auch wird sicherlich nicht jeder, der gesund lebt, von schweren Krankheiten verschont. Aber viel weniger Menschen bekommen schwere Erkrankungen, wenn sie rechtzeitig vorbeugen.

Darum unsere dringende Empfehlung: Nehmen Sie in jedem Alter die Vorsorgeuntersuchungen wahr, damit wir Risikofaktoren oder beginnende Erkrankungen rechtzeitig finden und beseitigen können, bevor sie zum Problem werden.
Mit Ausnahme der Krebsvorsorge für Frauen (die beim Frauenarzt angeboten wird) können Sie bei uns alle Vorsorgen bekommen.

Nach oben

Empfohlene Vorsorgen



Nach oben

Check-Up

So wie ein Auto zum „TÜV“ muss, damit es nicht mit defekten Bremsen den Verkehr gefährdet, so empfiehlt es sich, den Körper regelmäßig einem Check zu unterziehen.

Beim Check-Up wird der Körper auf die wichtigsten Volkskrankheiten untersucht:
Der Check-Up kann nicht jede Krankheit finden, wohl aber die häufigsten. Auch hier gilt: Wird die Krankheit entdeckt, bevor der Patient etwas davon merkt, sind die Heilungschancen deutlich besser.

Dazu ist nicht viel erforderlich, in der Regel reichen 2 Termine:
1. Termin: Blut wird abgenommen.
2. Termin: Mitgebrachter Urin wird untersucht, das Blutabnahme-Ergebnis besprochen, von „den Haarspitzen bis zu den Zehen“ untersucht.

Dank großer Erfahrung ist dies eine schnelle Untersuchung:

Diesen Check-Up bezahlen die gesetzlichen Krankenkassen ab dem 35. Geburtstag alle 2 Jahre.
Ein solcher Check-Up steht Ihnen zu.

Die Krankenkassen übernehmen beim Check-Up eine Ganzkörperuntersuchung sowie die Laborwerte Cholesterin, Blutzucker und Urin. Dies reicht aus, um einen Überblick über die Funktion wesentlicher Organsysteme zu bekommen.
Viele Patienten begnügen sich jedoch nicht mit einem Überblick, sondern möchten mit ausführlicheren Untersuchungen ein genaueres Bild ihres Gesundheitszustands bekommen.
Beispiele für zusätzliche Untersuchungen sind weitere Laborwerte, EKG, Lungenfunktion, Hörtest...
Da sich in zwei Jahren sehr viel ändern kann, wünschen viele Patienten auch jährliche Checks.
Diese zusätzlichen Untersuchungen werden jedoch nicht von den Krankenkassen übernommen und müssen selbst bezahlt werden (sogenannte IGeL-Leistungen, siehe unsere Artikel zur IGeL-Liste)

Mit dem Stethoskop horchen auf Lunge und Herz,
auf sanften Druck zeigt die Leber keinen Schmerz.
Die Durchblutung an beiden Beinen ertasten,
die Gelenke mit Zug und Druck belasten.
Noch Klopfen auf Wirbelsäule und Nieren,
Testen der Reflexe dann an allen Vieren.
Leuchten mit der Lampe in Augen und Mund -
die Vorsorge zeigt: Dieser Mensch ist gesund.

Nach oben

Krebsvorsorge


Bei der Krebsvorsorge kann man nicht jede Krebsart finden, wohl aber die häufigsten. Auch hier gilt: Wird die Krebserkrankung in einem möglichst frühen Stadium entdeckt, bevor der Patient Beschwerden hat, sind die Heilungschancen deutlich besser. Die Hälfte aller Menschen, die an Krebs sterben, könnten noch leben, wenn sie eine Krebsvorsorgeuntersuchung gemacht hätten.

Frauen machen die Krebsvorsorge beim Frauenarzt, Männer bei uns. Die Untersuchung ist Dank großer Erfahrung routiniert: Ansehen der gesamten Hautoberfläche, Austasten des Enddarms mit einem Finger, Abtasten der Prostata, Abtasten des Hodens. Ein Stuhltestbriefchen sollte vorher aus der Praxis geholt und zum Untersuchungstermin mitgebracht werden.

Über den Sinn von Krebsvorsorgen gibt es keine Diskussion. Selbst wenn nicht jeder Krebs gefunden werden kann, können die häufigsten Krebsarten meist entdeckt werden.

Wenn etwas entdeckt wird, heißt das aber noch lange nicht, dass wirklich eine bösartige Erkrankung vorliegt. Hinter den meisten krankhaften Befunden stecken nur harmlose gutartige Prostata-Vergrößerungen oder gutartige Polypen im Darm, die leicht entfernt werden können.

Wenn dann aber doch einmal ein bösartiger Befund entdeckt wird, bedeutet das eine Chance: Dank der frühen Diagnose ist die Chance auf Heilung viel größer als ohne Krebsvorsorge.

Die Krebsvorsorge ist absolut sinnvoll und steht Ihnen zu! Die gesetzlichen Krankenkassen bezahlen sie für Frauen ab 20 und für Männern ab 45 jährlich.

Als Ergänzung zur gesetzlichen Krebsvorsorge kann noch ein Bluttest auf ein Eiweiß der Prostata gemacht werden, was die Sicherheit der Krebsvorsorge erhöht. Wir berichten über diesen PSA-Schnelltest an anderer Stelle unserer Seiten. Beachten Sie, dass die Krankenkassen diese zusätzliche Vorsorge nicht übernehmen.

Nach oben

Kindervorsorgen

Kindliche Entwicklung ist unglaublich komplex - und häufig verwirrend.
Nur der erfahrene Blick kann abschätzen und erkennen:

Die Krankenkassen übernehmen die Kindervorsorgen U1 - U9 und die Jugendgesundheitsuntersuchung:
Diese sollten unbedingt wahrgenommen werden. Kindervorsorgen stehen Ihnen zu.

Nach oben

Die Jugendgesundheitsuntersuchung im 13.-14. Lebensjahr (J1)

Nach der U9 (5.-5½ Lebensjahr) ist nach langen Jahren die J1 die letzte Untersuchung vor dem Erwachsenenalter. Die eigentliche Kindheit ist vorbei.

Bei der J1 erfolgt eine Bestandsaufnahme über den körperlichen und seelischen Entwicklungszustand sowie über mögliche Krankheitssymptome. Der Impfstatus wird noch einmal überprüft.

Bei vielen Mädchen und Jungen ist die J1 Anlass für weiterführende Diagnostik, Therapie und Beratung, vor allem auf psychiatrischem und psychotherapeutischem Gebiet.

Die meisten Mädchen und Jungen befinden sich bei der J1 meistens schon mittendrin in der Übergangsphase von der Kindheit zum Erwachsenensein, der Pubertät bzw. der Adoleszenz.

Die Pubertät beschreibt die biologischen und physiologischen Veränderungen, die mit der körperlichen und sexuellen Reifung verbunden sind.

Die Adoleszenz umfasst mehr die psychische Bewältigung dieser Reifung, also die Gesamtheit der individuellen Vorgänge, die mit dem Erleben, der Auseinandersetzung und Bewältigung der körperlichen Wandlungen sowie der sozialen Reaktionen auf diese verbunden sind.

Die umfangreichen physischen Veränderungen während der Pubertät beeinflussen nachhaltig auch das subjektive Erleben der Mädchen und Jungen.
Dabei besteht die Gefahr von neurotischen Fehlentwicklungen und Pubertätskrisen, z. B. Überbewertung körperlicher Mängel oder aber auch in einer falschen Wahrnehmung der sozialen Reaktionen auf die körperlichen Veränderungen wie Anerkennung, Bewunderung, Ablehnung, Spott oder Missachtung.

In der Pubertät vollzieht sich eine entscheidende Umstrukturierung im kognitiven Bereich. Nämlich die Ablösung vom konkreten und die Hinwendung zum formalen Denken. Das Denken der Jugendlichen ist nun zunehmend in der Lage, auch Möglichkeiten und Hypothesen einzubeziehen, die in der konkreten Realität keine Entsprechung haben.

Die Veränderungen im kognitiven Bereich sind notwendige Voraussetzungen für die emotionale Wandlung in der Adoleszenz, wobei neben genetischen Faktoren vor allem kulturelle Vermittlung und Sozialisierung steuernd eingreifen.

Hierdurch können wichtige Entwicklungsaufgaben gelöst werden wie:
Entwicklung des Gefühls einer Identität mit einer bewussten Haltung gegenüber allgemeinen Lebensproblemen wie z. B. Beruf, Partnerschaft, Gesellschaft und Religion.
Hineinwachsen in die eigene Geschlechtsrolle.
Annahme des veränderten äußeren Erscheinungsbildes.
Ablösung von der primären Bezugsperson und damit zwangsläufig Auseinandersetzungen mit Autorität, Tradition und auch gesellschaftlichen Normen.

Die ständig wachsende Lernzeit in der Schule und den damit verbundenen Abhängigkeiten bei gleichzeitiger Beschleunigung der körperlichen Reifung führt nicht selten und immer häufiger zu krisenhaften Entwicklungen.

Kaum eine Untersuchung ist so schwierig wie diese, da sie mitten in eine Lebensumbruchphase hineinfällt. Viel Einfühlungsvermögen und Verständnis sind geboten.

Eltern und Arzt sollten hier zum Wohle der Kinder sehr eng und vertrauensvoll zusammenarbeiten, um ihnen einen möglichst guten Weg in das Erwachsensein zu ermöglichen.

Nach oben

Schutzimpfungen

Weltweit sterben jährlich Millionen von Menschen an Infektionskrankheiten. Auch in Deutschland gibt es ein paar sehr gefährliche Infektionskrankheiten, die zu schweren Schäden oder gar Tod führen können. Davor können Impfungen schützen. Eine Schutzimpfung ist ein ganz natürlicher Vorgang, sie ist gut verträglich und bietet sicheren Schutz über viele Jahre.

Impfplan für Kinder:
    Lebensmonat   Lebensjahr
  0 3 4 5 12-15 16-24 6-7 10-18
 
Diphtherie, Tetanus (Wundstarrkrampf), Polio (Kinderlähmung), Hepatitis B, Pertussis (Keuchhusten), Haemophilus influenza B   1. 2. 3. 4.      
 
Masern, Mumps, Röteln         1. 2.    
 
Auffrischung: Diphtherie, Tetanus             X X
 
Auffrischung (einmalig): Pertussis, Polio               X


= Für diese Impfungen ist jeweils nur eine einzige Spritze erforderlich

Impfplan für Erwachsene:
Diphtherie, Tetanus: Auffrischung alle 10 Jahre
Fehlende Grundimmunisierung von Diphtherie, Tetanus und Polio sollte unbedingt nachgeholt werden.

Alle diese Impfungen zahlen die Krankenkassen. Schutzimpfungen stehen Ihnen zu. Über den Sinn dieser Impfpläne gibt es keine Diskussion mehr: Sie sind unabdingbar nötig.

Weitere Impfungen werden für bestimmte Berufsgruppen empfohlen (z. B. Hepatitis B für medizinisches Personal), für bestimmte Personengruppen (z. B. die Grippeschutzimpfung und die Impfung gegen Lungenentzündung, die wir in dem Artikel Schutzimpfungen, Impfschutz, Reisekrankheiten erläutern) und für Fernreisen („Fern“ beginnt schon am Mittelmeer...).
Bitte achten Sie unbedingt auf einen ausreichenden Schutz bei Urlaubsreisen.

Ausführliche Informationen über die Wirkungsweise, Hintergründe und den Ablauf von Schutzimpfungen finden Sie an anderer Stelle dieser Seiten unter der Rubrik Wie funktioniert eigentlich... - Die Schutzimpfung.

Nach oben

Reiseimpfungen

So manches medizinisches Souvenir wird von Urlaubsreisen mitgebracht. Einige können tödlich sein. Auch über Reiseimpfungen und das richtige Verhalten bei Urlaubsreisen beraten wir Sie gerne.
Bitte beachten Sie, dass die Krankenkassen weder die Reiseimpfberatung noch die einzelne Reiseimpfung übernehmen.
Einen Überblick zum Impfschutz auf Urlaubsreisen finden Sie an anderer Stelle unserer Seiten in dem Artikel Urlaub - Wie gut ist Ihr Impfschutz?

 Zurück zur Rubrik „Diverses“
Nach oben Navigationsleisten nachladen Letzte Änderung dieser Seite: